Verfasst von: Redaktion | 3. November 2008

Demokraten im Stadion

Im Workshop „Gewalt im Stadion – Zerstören Extremisten den Sport?“ geht es sehr sportlich zu. Die Atmosphäre ist locker, das Podiumsteam besteht aus einer jungen, dynamischen Runde und jeder Diskussionsteilnehmer wird mit einer Packung „Bundes-Burger“ erfreut, einer schwarz-rot-goldenen Gummisüßigkeit in Form eines Hamburgers.

 

Autor Ronny Blaschke hat über ein Tabu geschrieben: Schwule Fußballer (Foto: Odenahl, KAS).

 

Die Moderatorin Christina Stefanescu eröffnet die Diskussion. Es geht vor allem um die Themen Diskriminierung, Rassismus und Rechtsextremismus im Fußballstadion. Helmut Spahn, Sicherheitsbeauftragter des DFB bemerkt, das es in unserer Gesellschaft immer Gewalt geben wird. Rolf-Arnd Marewski vom Fanprojekt Borussia Dortmund gestikuliert wild und ist voll in seinem Element. Er möchte begreiflich machen, dass Rivalitäten im Fußball nicht zu Weltanschauungen werden dürfen. „Wir müssen sehr wachsam sein, um unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren“, sagt er. „Extremisten dürfen nicht den Sport zerstören.“

 

Lässig sitzt Ronny Blaschke am Tisch. Der junge Autor hat gerade ein neues Buch herausgegeben, in dem es um einen homosexuellen Fußballer geht. „Eigentlich bin ich Sportjournalist“, sagt er, „aber mit der Zeit wurde es mir zu langweilig, nur über Fußballergebnisse zu berichten. Mir gefällt es, in meinen Büchern auch politische Aspekte einzubeziehen.“ Homophobie, die sich im Fußballstadion in der Regel als Schwulenhass äußere, beschreibt Blaschke als ein Thema von politischer Brisanz.

 

Das Publikum besteht größtenteils aus sportinteressierten Jugendlichen. Besonders das männliche Geschlecht ist vertreten und möchte natürlich mitreden. So entsteht eine Diskussion, die über die Runde hinausgeht und jeden miteinbezieht, der etwas loswerden möchte. Marewski erzählt lebhafte Anekdoten, Spahn erklärt viel zur Prävention und Gewalt im Stadion. Andreas Piastowski, Leiter der zentralen Informationsstelle Sporteinsätze Düsseldorf, berichtet über vor allem über Polizeieinsätze und Sicherheit für Fans.

 

Immer wieder sorgt die Moderatorin dafür, dass junge Fußballfans einbezogen werden und ihre ganz spezifischen Fragen stellen können. So verstrickt sich die Diskussion zwar manchmal in Details, doch in der Schlussrunde sind sich alle einig: Jeder Fan muss sich bewusst machen, dass er selbst zum Fußballerlebnis beiträgt. In einer Wehrhaften Demokratie ist Zivilcourage gefragt. Wenn alle mithelfen, die Situation zu verbessern, wird der Fußball bald wieder friedlicher ablaufen und man kann ungestört das Spiel genießen.

 

Hanka Pohontsch

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: