Verfasst von: Redaktion | 3. November 2008

Terror bei uns?

„Zorn, Wut, Hass“, mit diesen Gefühlen beschreibt Dr. Marwan Abou-Taam, Dozent für Europäische Außen-und Sicherheitspolitik an der Universität Göttingen, die Hauptmotivation von Terroristen. Die Jugendlichen hören gespannt zu, denn das Thema des Workshops „Terroranschläge in Deutschland – Eine Frage der Zeit?“ ist seit den Geschehnissen des 11. September überall präsent und betrifft jeden.

 

Von Sophie Läßle

 

In die lebhafte Diskussion schaltet sich der 21-jährige Behzad ein. „Ich halte Terroranschläge in Deutschland durchaus für realistisch“, sagt der Politikstudent. „Außerdem denke ich, dass die westlichen Staaten aufgrund ihrer Einmischung in die Politik islamischer Staaten selbst daran schuld sind, dass sie Terroranschlägen ausgesetzt werden!“ James, 21, Lehramtsstudent aus Gießen, teilt Behzads Sorgen nicht: „Das Thema Terroranschläge in Deutschland beeinträchtigt mein Leben nicht besonders. Ich habe nicht unbedingt Angst davor.“

 

Angelika Beer, Europaabgeordnete und sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen, kann aufgrund ihrer Arbeit in der Iran-Delegation Informationen aus erster Hand liefern. Ihrer Meinung nach „kann man sich nicht schützen“. Man müsse die Ursachen bekämpfen, aber das Risiko, Opfer eines terroristischen Anschlages zu werden, bleibe. Dr. Kai Hirschmann vom Institut für Terrorismusforschung pflichtet ihr bei. Terrorismus sei schließlich nicht mit Waffengewalt zu eliminieren. Stattdessen bedürfe es eines präventiven und aufklärerischen Ansatzes. „Ideen kann man nur mit Ideen bekämpfen“, sagt er.

 

Die vielen Fragen der Workshopteilnehmer zeigen deutlich, wie sehr sich Jugendliche in Deutschland kritisch mit der Gefahr des Terrorismus auseinander setzen. Trotz der vielen unterschiedlichen Meinungen sind sich die Experten und die Workshopteilnehmer in einem einig: Der Islam als Religion darf nicht mit Terrorismus gleichgesetzt werden, denn die radikalen und fanatischen Einzeltäter und Gruppierungen, machen nur einen Bruchteil der großen moslemischen Glaubensgemeinschaft aus. Terrorismus ist kein Massenphänomen, doch sind die Terroristen in der Lage mit vergleichsweise wenigen Mitteln unsere gesamte Welt zu erschüttern und daran müssen sie durch uns gehindert werden.

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